März 2011

13.03.2011 - 16.03.2011

Nun hat die langersehnte Reise begonnen. Am 13.03. ging es vormittags von Jena mit dem Zug in Richtung Frankfurt. Von dort ging es per Flugzeug über Dubai und Melbourne nach Auckland, wo wir am 15.03 mittags (Ortszeit) planmäßig eintrafen. Auckland wollten wir uns jedoch nicht weiter anschauen, und haben uns dann am Abend in den Bus nach Wellington gesetzt. Nach erneuter 11-stündiger Reise waren dir dann am nächsten Morgen endlich in Wellington angekommen, und damit gute zweieinhalb Tage unterwegs. Trotzdem haben wir den Tag noch gut durchgehalten und uns mit Jana schon ein bisschen die Stadt angeschaut.

17.03.2011 - 18.03.2011 Wellington

Die ersten Tage in Wellington haben wir erstmal unseren Jetlag überwunden und Jana hat uns die Stadt gezeigt. Unter anderem waren wir ein paar Stunden im “Te Papa” (dem neuseeländischen Nationalmuseum), in der “Weta Cave” (einer kleinen Austellung der Firma “Weta”, bei der Sebastian arbeitet, welche 3D-Effekte für Kinofilme wie “Herr der Ringe” produziert),  auf dem Mt. Victoria, von dem aus man einen wunderschönen Blick über die Stadt hat und natürlich der örtlichen Einkaufsmeile. Ausserdem haben wir die kulinarischen Möglichkeiten Wellingtons genossen, wie z.B. Muscheln im Maranui Café, Sushi und ein chinesisches “Yum cha” (traditionelles chinesisches Abendessen). Ausserdem haben wir uns natürlich für die weitere Reise gut mit Lebenmitteln eingedeckt, und währenddessen wurde der familieneigene Campervan repariert und neu getüvt.

19.03.2011 - 21.03.2011 Marlborough Sounds Region

Frühs um 7:30 Uhr ging es auf die Fähre zur Südinsel, solche Zeiten waren wir nach den letzten entspannten Tagen gar nicht mehr gewohnt. Die Überfahrt war sehr entspannt und in Wellington verabschiedeten uns sogar ein paar Delphine mit einer kurzen Sprungeinlage direkt neben der Fähre. Bei der Einfahrt nach Picton durchquert man den Queen Charlotte Sound (an dem auch der gleichnamige “Great Walk” entlangführt) und alles sieht aus wie auf einer Postkarte. Von hier ging es gleich weiter die Küste entlang über den Queen Charlotte Drive und Nelson nach Marahau, unserem Ausgangspunkt für eine Tagestour auf dem Abel Tasman Track (einem weiteren sogenannten “Great Walk”). Leider hatte ich mir eine Erkältung eingefangen, sodass wir uns entschieden, erstmal einen Tag in Marahau auf dem Campingplatz zu verbringen und zu entspannen. Am 21.03. nahmen wir uns dann ein Wassertaxi von Marahau nach
Anchorage Bay am Tasman Track. In der Fahrt war sogar ein Ausflug zum “Split Apple Rock” (laut unserem Fahrer der wahrscheinlich am häufigsten fotografierte Stein Neuseelands...) enthalten und auch sonst war die Aussicht auf die Küste mit ihren weißen Stränden direkt am Rande des Regenwaldes wunderschön. Beim Wanderweg haben wir uns für die kurze Version entschieden (ca. 4 Stunden), da ich immernoch an meiner Erkältung zu arbeiten hatte. Trotzdem hat es sich gelohnt und man hat immer wieder schöne Einblicke in kleine - aber leider nicht einsame - Buchten bekommen und die ersten Eindrücke vom neuseeländischen Urwald mit seinen baumartigen Farnen und zahlreichen Vögeln war auch ein Erlebnis. Allerdings waren doch sehr viele Leute unterwegs, sodass man nie den Eindruck hatte wirklich in der Wildnis zu sein und auch auf dem Wasser herrschte reges Treiben auf Wassertaxis, Kajaks und Segelyachten. Nach unserer Rückkehr zum Auto haben wir uns gleich weiter auf den Weg in den Nelson Lakes Nationalpark gemacht, wo wir erst spät in der Nacht am Lake Rotoroa unser Quartier aufschlugen.

22.03.2011 - 23.03.2011 Nelson Lakes Nationalpark

Leider hatte sich durch die Wanderung am Vortag meine Erkältung manifestiert, sodass für mich erstmal Bettruhe angesagt war. Eine kleine Wanderung (1.5 Stunden) war dann aber doch drin und wir haben uns einen Wasserfall mitten im Regenwald angeschaut. Außerdem nahm ich noch ein kurzes (und schlammiges Bad) im Lake Rotoroa. Am Abend des 22.03. fuhren wir dann noch zum Lake Rotoiti, dem größeren der beiden Seen im Nationalpark. Am Morgen des 23.03. stellte sich heraus, dass ich meiner Gesundheit wohl erneut zuviel zugetraut hatte, sodass Kristin die 5-stündige Wanderung zu den Whisky Falls allein beschritt. Währenddessen kurierte ich mich im Camper mit dem ersten Teil des neuen Stieg Larsson Krimis aus und schluckte kräftig Kopfschmerztabletten.

24.03.2011 - 25.03.2011 Westcoast

Der Weg von den Nelson Lakes führte uns nun auf dem State Highway 6 an die Westküste. Unterwegs haben wir noch an der Buller Gorge Swingbridge angehalten, die angeblich längste Hängebrücke Neuseelands über den Buller River. Im Fluß selbst war nicht sehr viel Wasser, so dass die Brücke in luftigen 7-8 Metern Höhe baumelte - nichts für Leute mit Höhenangst! Auf der anderen Seite der Brücke waren noch ein paar nette Wanderwege angelegt, sodass wir uns noch die “Ariki Falls” anschauen konnten - obwohl das wohl eher einfach eine Stromschnelle statt ein Wasserfall ist. An der Westküste angekommen ging es nun weiter in Richtung Süden, unter anderem mit einem Zwischenstop an den “Pancake Rocks” (frei übersetzt - Eierkuchen Felsen). Diese Steinformationen entstehen durch Erosion aus Felsen, in denen sich weiche und harte Schichten abwechselnd in wenigen Zentimetern Abstand gebildet haben. Das Ganze ist ganz nett anzusehen, und interessanterweise gibt es auch noch keine schlüssige Erklärung wie diese “Schichtungen” im Gestein entstanden sind. Den Abend des 24.03. verbrachten wir am Lake Mahinapua Zeltplatz und am nächsten Tag ging es gleich weiter in Richtung Fox Gletscher, welcher sich ebenfalls direkt an der Westküste befindet. Unterwegs hielten wir noch auf eine kurze Wanderung in Okarito an. Der Weg führte uns über eine Sumpflandschaft durch den Regenwald auf einen Berg hinauf, von wo aus man einen wunderschönen Ausblick auf das Meer und die Okarito Feuchtgebiete erhielt, die in einer riesigen Flussmündung ins Meer enden. Unterwegs begleitete uns mehrmals ein lustiger kleiner Vogel - ein sogenannter “Fantail” - welcher uns schmetterlingsartig fliegend umkreiste und dann wieder im Wald verschwand. Wir haben noch nie einen Vogel gesehen, der solche Manöver fliegen kann, wobei sich sein Schwanz (engl. tail) wie ein Fächer (engl. fan) auf- und zufächert. Den Abend verbrachten wir auf einem schön gepflegten Campingplatz direkt im Fox Glacier Township und benutzten zum ersten mal unseren Grill - so wie sich das für Thüringer gehört ;-).

26.03.2011 - 27.03.2011 Fox Gletscher

Eigentlich hatten wir vor, am 26.03. eine Tour auf den Gletscher zu unternehmen (der Gletscher ist nur mit Guide zu betreten), allerdings hielt uns das graue regnerische Wetter von unserem Vorhaben ab, und wir erkundeten die anderen “Sehenwürdigkeiten” der Stadt. Die Wandertour um den Lake Matheson war ganz nett, und der See erinnerte irgwendwie an unseren Urlaub in Schweden - denn er hatte klares aber gleichzeitig extrem braunes Wasser - was seinen Ursprung in den Huminsäuren des Regenwaldes hat, welche in großer Menge in den See gespült werden. Danach haben wir noch einen kurzen Ausflug zum Ende des Fox Gletschers gemacht, um uns anzuschauen, was uns eigentlich auf unserer Tour erwartet. Allein der Weg dorthin war sehr interessant, denn das Fox Glacier Township liegt im Regenwald von wo aus man das Gletschertal hinauffährt bis plötzlich alle Bäume verschwinden und sich der Gletscherfluss vor einem ergießt. Plötzlich kann man die ganze Breite des Tals erblicken, mit hohen Felswänden auf beiden Seiten an denen der Gletscher deutlich seine Spuren hinterlassen hat. Das Tal ist gefüllt mit Gesteinsbrocken unterschiedlichster Größe, vom Kiesel bis zu Felsbrocken im Lastwagenformat, und der Fluss bahnt sich seine Wege durch kleine und große Verzweigungen, die die Breite des gesamten Tals einnehmen. Das Auto lassen wir auf einem Parkplatz aus aufgeschüttetem Geröll zurück und laufen ca. 30 Minuten durch die Mondlandschaft, wobei wir einige kleine Bäche, die an den Seiten des Tals herunterkommen, überqueren. Ungefähr 200 m vor dem Gletschertor ist der Weg dann zu Ende, und man kann sehen, wie der Gletscher sich das Tal hinaufzieht. Dies bestärkte uns nur in unserem Vorhaben, auf jeden Fall eine Gletschertour zu machen, jedoch war die Wettervorhersage für die kommenden Tage ähnlich ungünstig. Als uns dann jedoch berichtet wurde, dass bei Regenfällen wie diesem der Gletscher viel “aktiver” ist (also öfters mal etwas abbricht und sich viele kleine Bäche und Wasserfälle bilden), entschieden wir uns für den kommenden Tag eine Tour zu buchen. Am 27.03. ging es dann also auf den Gletscher, und wir wurden erstmal mit jeder erdenklichen wetterfesten Ausrüstung - von Wanderschuhen bis zur Regenmütze - ausgestattet, damit unsere Tour auch ein Erfolg wird. Zunächst nahmen wir natürlich den gleichen Weg wie am Vortag, überstiegen dann aber einfach die Barriere am Ende des Wanderwegs und kraxelten hinauf zum Gletscher. Dort angekommen, legten wir unsere Steigeisen an und betraten das Eis - und das ist es auch wirklich - pures Eis, knochenhart und durch den Regen extrem glatt. Die ersten 1-2 Stunden gingen wir den Gletscher auf fertig gehauenen Stufen im Eis hinauf und schauten uns die Eisgebilde an, die Sonne, Wasser und Wind gebildet hatten. Dabei entstehen unter anderem große Kanäle im Eis, in denen das Schmelzwasser senkrecht nach unten abfließt (wie ein Kaminschacht), bis es auf eine härtere Eis- oder Geröllschicht stößt und sich horizontal unter dem Eis seinen Weg bahnt. Diese Kanäle konnten wir in allen Entwicklungsstadien beobachten - so klein, dass gerade unsere Trekkinngstöcke darin verschwanden und so groß, dass man hineinkriechen konnte. Danach ging es weiter den Gletscher hinauf, wo er plötzlich komplett seine Form änderte und sich riesige Gletscherspalten auftaten (da sich hier im darunterliegenden Gestein eine “Stufe” befindet). Leider verbrachte unser Guide ab hier viel Zeit damit, kleine Stufen für uns ins Eis zu hauen, während wir natürlich durch den eisigen Wind, der durch das Tal hinabwehte, ordentlich auskühlten. Einige aus unserer Gruppe entschlossen sich dann umzudrehen, während der Großteil noch die versprochenen 1-2 Stunden extra auf dem Gletscher verbringen wollte. So nahmen wir noch unser Mittagessen auf dem Gletscher ein und kamen ins Gespräch mit unserem Führer Ross der uns mit interessanten Fakten zum Gletscher überraschte. So fällt in einem durchschnittlichem Jahr ca. 35-45 Meter (!) Schnee auf den Gletscher (das entspricht ungefähr einer Regenmenge von 10.000 mm), während unten an der Küste nur ungefähr 1.500 mm Regen fallen. Der Gletscher kann sich am Tag bis zu zwei Meter fortbewegen und ist damit einer der schnellsten Gletscher der Welt. Übrigens geht der Fox Gletscher zwar zur Zeit zurück, dies liegt jedoch nicht an der globalen Erwärmung sondern ändert sich von Jahr zu Jahr. So hatte sich der Gletscher erst vor wenigen Jahren um 1,7km verlängert. Nach dem Essen starteten wir unseren Rückweg, welcher nun durch die fertig gehauenen Stufen viel schneller vonstattenging. Sobald wir vom Eis heruntergingen, änderte sich die Temperatur extrem zum warmen - es war wie eine Wand aus warmer Regenwaldluft, die uns im Tal erwartete und es ging wieder durch die Mondlandschaft zum Parkplatz. Allerdings hatten sich durch die starken Regenfälle die Hänge des Berges so aufgeweicht, dass nun das Risiko einer Schlammlawine extrem anstieg. Der Guide entschied deshalb, einen der kleinen Gletscherbäche zu durchqueren und mehr in der Mitte des Tals zu laufen, sodass wir 100 m vorm Parkplatz noch richtig unsere Schuhe durchweichten. Nach unserer Rückkehr in die Stadt sind wir dann auch gleich weiter die Küste heruntergefahren. Komischerweise wurde das Wetter nur wenige Kilometer vom Gletscher entfernt schlagartig besser und wir fuhren an mehreren Aussichtspunkten am Meer vorbei, wo uns eine kräftige Brise entgegenschlug. Daher begann die verzweifelte Suche nach einem Kitespot - mit denen die Westküste der Südinsel nicht gerade gesegnet zu sein scheint. Die meisten Strände sind einfach zu schmal oder zu steinig und an besagtem Tag waren auch die Wellen durch den Wind extrem groß. Die Information Haast hat uns dann zum kiten nach Jackson Bay verwiesen - angeblich der Ort mit den meisten Sandfliegen in Neuseeland. Mit "Nells Beach" haben wir dort einen wunderbaren Kitespot gefunden, ein breiter Sandstrand mit Lagune im Hinterland. Leider währte die Kiteidylle nicht lang denn der Wind ging immer weiter zurück, und nach knappen 15 Minuten auf dem Wasser rettete ich mich mit der letzten Böe an Land. Zum Abschluss des Tages wurden wir noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt und damit endete einer der schönsten Tage unserer Reise.

28.03.2011 - 30.03.2011 Region Queenstown

Von Jackson Bay ging es dann weiter nach Wanaka in Richtung Queenstown auf State Highway 6 - vielleicht eine der schönsten Autostrecken in Neuseeland. Zunächst fährt man das breite Tal des Haast Rivers bis zu seiner Quelle hinauf - der klare Fluss schlängelt sich das Tal entlang, teilt sich und findet sich wieder und alles ist umgeben von dichtem Urwald. Unterwegs haben wir uns die "Blue Pools" angeschaut, eine Stelle wo der Haast River sich eine tiefe Schlucht in den Berg gegraben hat und das Wasser ganz ruhig daherfließt. Die Pools bieten ein optimales Habitat für Forellen aber wir haben leider keine gesehen - abgesehen davon wäre Angeln sowieso verboten gewesen :-(. Von dort ging es über den Haast Pass hinunter in das Tal des Makarora Rivers, der letztendlich im Lake Wanaka mündet. Die Straße folgt eine Weile dem Ufer des Lake Wanaka und wechselt dann zum Ufer des Lake Hawea. Beide Seen sind von hohen Bergen und Urwald umrahmt und hinter jeder Kurve bot sich eine neue "Aaah"-Aussicht. Von Wanaka nahmen wir die Abkürzung über Cardrona in Richtung Queenstown, wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollten. Hier änderte sich die Vegetation drastisch, denn plötzlich waren die Berge nur noch von vertrocknetem Gras bedeckt - eine gelungene Abwechslung, nachdem wir eine Woche nur Regenwald gesehen hatten. Wieder einmal schlängelte sich die Straße das Tal hinauf und auf den letzten Kilometern wurde sie so steil (also nicht wirklich steil), dass unser Campi gerade noch mit 20 km/h vorwärtskroch. Oben auf dem Pass bot sich dann wieder einmal eine wunderschöne Aussicht (auf Queenstown) und ein großer Parkplatz zum Übernachten an. Außer uns nahmen auch andere Campervan-Reisende diese Übernachtungsgelegenheit wahr und so kam ich mit einem Briten ins Gespräch, der uns den "Rob Roy Track" Wanderweg wärmstens empfahl - welchen wir dann gleich für den nächsten Tag in unseren Plan aufnahmen. Wieder einmal in Thüringermanier nahmen wir unseren Grill in Betrieb und genossen den Ausblick bis die Kälte der Nacht uns ins Auto trieb.

Am Morgen des 29.03. fuhren wir dann zurück über Wanaka zum "Rob Roy Track" - und schon der Weg dorthin ist ein kleines Abenteuer. Von Wanaka aus fährt man ca. 40 km nicht-asphaltierte Straßen und passiert unzählige Felder und Wiesen, immer am Matukituki River entlang. Auf den letzten Kilometern kamen dann noch 8 aufregende Wasserdurchfahrten hinzu bis wir endlich am Anfang des Wanderwegs ankamen. Der Wanderweg führte uns zunächst weiter das Tal des Matukituki Rivers hinauf, wobei mehrere Kuhherden zu durchqueren waren. Danach ging es über eine Hängebrücke in ein Seitental mit dichtem Regenwald immer weiter den Berg hinauf. Der Weg zog sich scheinbar endlos bis nach ca. 3 Stunden der Wald plötzlich zu Ende war und sich ein Ausblick auf den Rob Roy Gletscher bot. Der Gletscher liegt auf einer Art Plateau über dem Tal und das Schmelzwasser fällt in wahnsinnig hohen Wasserfällen die Klippen herunter - eine Ausblick, der für alle Strapazen entschädigt! Der Weg zurück ging dann deutlich schneller und zurück am Parkplatz machten wir es uns wieder am Grill gemütlich. Mit der Dämmerung kamen dann auch ein paar Keas - eine Bergpapageienart - auf den Parkplatz auf der Suche nach Futter. Die Vögel sind wirklich schön anzusehen und wir schätzten uns zunächst wirklich glücklich, diese Bekanntschaft machen zu dürfen. Allerdings knabbern Keas wirklich ALLES an. So musste mein Surfbrett die Nacht mit uns im Campervan verbringen und trotzdem ließen die Keas nicht locker und fraßen die Dichtung unseres Daches an! Ein paar Schläge gegen das Dach konnten zwar Abhilfe schaffen, trugen aber nicht unbedingt zur Nachtruhe bei :-).

Am nächsten Morgen waren die Keas natürlich wieder da, um uns zu wecken und sich die Dichtung schmecken zu lassen. Den Vormittag verbrachten wir ganz entspannt mit Angeln, Lesen und Baden am Matukituki River - leider wollte sich keine große Forelle zum Abendbrot überreden lassen. Am Nachmittag fuhren wir dann noch bis nach Te Anau, wo wir die nächsten Tage verbringen wollten.

31.03.2011 - 1.04.2011 Te Anau und der Kepler Track

Am Morgen des 31.03. nahmen wir ein Wassertaxi von Te Anau auf die andere Seite des Lake Te Anau nach Brod Bay auf den Kepler Track. Von dort ging es zunächst serpentinenartig durch den Regenwald den Berg hinauf. Nach ca. 3 h hatten wir die Baumgrenze erreicht und der Weg ging auf einer Hochebene weiter. Ohne den Schutz der Bäume haben wir erst einmal gemerkt, dass das Wetter ziemlich ungemütlich werden könnte, der Wind blies so stark, dass man Probleme hatte, sich auf dem Weg zu halten und rundherum sah man dicke Regenwolken heranziehen. Glücklicherweise waren es nur noch 40 Minuten bis zur Luxmore Hut - unserem Umkehrpunkt - und wir sind, ohne nass zu werden, dort angekommen. Nachdem wir den schönen Ausblick auf den Lake Te Anau und unser Mittagsbrot genossen hatten, ging es wieder zurück in Richtung Brod Bay. Von dort waren es dann noch 2 h am Ufer entlang zurück bis nach Te Anau, und die letzten Kilometer schienen sich zunächst ewig hinzuziehen. Dann trafen wir jedoch noch eine Deutsche, die uns dermassen zugequatscht hat, dass die Zeit wie im Flug verging :-).
Am 1. April haben wir dann den Kepler Track in die andere Richtung erkundet, mussten jedoch schon am frühen Nachmittag zur Besprechung unserer Kanutour bei Fjordland Wilderness Experiences antanzen. Die Besprechung hat uns gleich in Abenteuerlaune versetzt, denn die Wettervorhersage für die nächsten Tage war mit 30-40 Knoten Wind ziemlich heftig. Unser Guide, Ben, tat alles, um uns ordentlich Angst zu machen, aber das gehört scheinbar zum Programm :-). Den Abend wollten wir dann eigentlich ganz in Ruhe verbringen, denn es sollte schon morgens 5:30 Uhr losgehen. Allerdings wurden wir auf dem Campingplatz noch von einem Ami Namens Chris angequatscht, der unbedingt ein Lagerfeuer auf unserem Grill machen wollte. Und ehe man sich versah, hatten wir einige Biere und Whiskey intus und haben uns wunderbar am Feuer unterhalten. Letztendlich hatten wir dann also doch nur noch 5h Schlaf, und die Kopfschmerzen am nächsten Morgen waren abzusehen...

2.04.2011 - 4.04.2011 Kanutour auf dem Doubtful Sound

Juni 2011 Sydney

Am 29. Mai ging es fuer Toni und mich in Richtung Sydney - allerdings in unterschiedlichen Flugzeugen. Um so lustiger war es als wir uns dann in Sydney gleich wieder trafen. Fuer Toni gings von dort weiter in die Heimat und fuer mich gings zur University of New South Wales (UNSW). Einer meiner ehemaligen Kollegen aus Adelaide, Sven, hatte sich bereiterklaert mir einen Laborplatz zur Verfuegung zu stellen.

Die ersten anderthalb Wochen waren leider extrem frustrierend, da ich keinen eigenen Zugang zum Gebaeude, Buero und Computer hatte. Leider mahlen die administrativen Muehlen in Sydney offenbar extrem langsam, so dass ich bis zu meiner Abreise einen Monat spaeter keinen offiziellen Zugang bekam. Zum Glueck habe ich am Ende doch noch die wichtigsten Experimente beenden koennen und fahre mit einem Sack voll Daten nach Hause. Abgesehen von der Uni habe ich von Sydney nicht sehr viel gesehen. Am ersten Wochenende habe ich einen Ausflug von meiner Unterkunft in Randwick nach Cogee Bay an den Strand gemacht. Von Cogee Bay geht ein schoener Wanderweg am Meer entlang bis zum Bondi Beach. Unterwegs gab es einiges zu sehen, z.B. Buckelwale die zur Zeit an der Kueste Australiens entlandwandern, riesige Wellen die mit hohen Fontaenen an den Felsen brechen und natuerlich die dazugehoerigen (und leicht lebensmueden) Surfer.

Am zweiten Wochenende haben Sven und Claire mich in den Royal National Park, eine Stunde suedlich von Sydney, eingeladen. Nach einer regnerischen Woche meinte der australische Winter es gut mit uns, so das wir bei bestem Wetter den australischen Busch entlang der Kueste erkunden konnten. Wieder gab es Wale und viele einheimische Voegel und Pflanzen zu beobachten.

Kurz vor meiner Abreise haben wir (Sven, Claire und Ich) dann noch ein Wochenende in den Blue Mountains verbracht. Der Name "Blue Mountains" stammt nicht etwa von der Farbe des Gesteins, sondern von den vielen Eukalyptusbaeumen deren aetherische Oele die Luft in einen blauen Dunst tauchen. Durch die riesigen Sandsteinplateaus ziehen sich tiefe Schluchten mit Urwald soweit das Auge reicht. Zahlreiche Wasserfaelle zieren die Steilwaende und so haben Wind und Wetter einige interessante Sandsteinformationen erschaffen - die beruehmteste davon die "three sisters" in Katoomba. Zudem hat diese kleine Touristenstadt einige nette Restaurants zu bieten welche uns nach getaner "Arbeit" auch kulinarisch zu unterhalten wussten. Alles in allem ein schoener Abschluss fuer meinen Kurzaufenthalt in Australien!

 

Juli 2011 Zurueck in Neuseeland

29.06.2011 - 10.07.2011 Wellington


Am 29. Juni ging es dann von Sydney zurueck nach Wellington und ich hatte noch knappe zwei Wochen um Neuseeland zu geniessen bevor der "Ernst des Lebens" wieder beginnt. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit, denn es waren um die 10 Grad mit grauem Nieselwetter. Die ersten beiden Tage habe ich also mal ordentlich ausgeschlafen, endlich wieder gescheites Essen genossen und Kleinigkeiten erledigt. Puenktlich zum Wochenende (2.-3. Juli) sollte sich dann das Wetter bessern und so habe ich mir ein Mountainbike ausgeliehen, denn Wellington soll laut Internetrecherche ein "Mountainbikemekka" sein.

 

Am Montag habe ich frueh Sebastian nach Miramar auf Arbeit gebracht, und gleich die Mountainbikestrecke in der Nachbarschaft ausprobiert. Auf dem Berg von Miramar befindet sich das Gefaengnis von Wellington und die Strecke fuehrt direkt dorthin hoch. Passenderweise heisst der Weg nach oben "conviction" (engl. Verurteilung) und die Strecke runterwaerts "jail break" (engl. Gefaengnisausbruch). Oben auf dem Berg befindet sich ausserdem ein sogenannter "pump track" wo man seine Fahrtechniktechnik trainieren kann. Ich bin echt begeistert von dem was die Wellingtoner Mountainbiker hier auf die Beine stellen! Am Montag Abend bin ich dann noch von Eastbourne zum Pencarrow Lighthouse gefahren. Die Strecke fuehrt an der gegenueberliegenden Seite der Hafeneinfahrt von Wellington entlang, und man hat eine schoene Aussicht auf die Stadt. Wenn man dann zur eigentlichen Hafenmuendung kommt kann man gleich zwei Leuchttuerme bewundern - einen unten am Wasser und einen zweiten auf dem Berg. Noch dazu befinden sich gleich im Hinterland mehrere kleine Seen - die Pencarrow Lakes - inmitten einer grasigen Huegellandschaft. Wieder einmal bin ich beeindruckt wie nah man in Wellington an einzigartiger Natur lebt.

 

Zur Erholung habe ich dann am Mittwoch eine Tour auf Waldwegen gemacht - den sogenannten "Rimutaka Rail Trail". Er folgt einer alten Eisenbahnstrecke von Wellington zum Lake Wairarapa - angeblich eine der steilsten Bahnstrecken die je gebaut wurden. Die Tour an sich war echt angenehm und ich fuehlte mich schon fast wie im Thueringer Wald, aber der Hoehepunkt waren die vier alten Eisenbahntunnel die es zu durchqueren galt. Einer davon war 500m lang, absolut ohne Beleuchtung und ich hatte auch kein Licht dabei - da wird einem schon ein bisschen flau in der Magengegend. Und weil ich den gleichen Weg zurueck musste durfte ich ihn gleich zweimal durchqueren. Bis auf den kleinen Lichtfleck am Ende des Tunnels konnte man absolut nix erkennen, so das man sich vor allem auf sein Gehoer verlassen musste um nicht an die Seitenwaende zu geraten - ich hoffe niemand hat meinen Gesang gehoert ;-). Also wer auch immer mal nach Wellington kommen sollte - diese Tour kann ich wirklich jedem empfehlen!

2. Juli: Ausblick vom Makara Peak in Richtung Innenstadt

Am Samstag gings dann auch gleich zum Makara Mountainbike Park der direkt an der Grenze der Stadt liegt. Ich entschied mich fuer die "Grand Tour" und hatte gerade den ganzen Weg zum Makara Peak (~400hm) gemeistert und mich schon auf den Downhill gefreut, als der Lenker am Fahrrad anfing verdaechtig zu wackeln. Ein paar hundert Meter weiter war an fahren nicht mehr zu denken, so dass ich wohl oder uebel den Grossteil des Berges wieder runterschieben durfte bis ich einen kollegialen Mountainbiker mit Werkzeug traf. So kam man gleich ins Gespraech und ich erfuhr noch von so einigen anderen Mountainbikerevieren in der Umgebung - Wellington scheint in der Hinsicht wahrlich gesegnet zu sein und ich habe gerade noch genug Zeit um das alles auszukundschaften ;-).

3. Juli: Ausblick auf die Suedinsel

Am Sonntag gings dann mit dem MTB zum Karori Wildlife Sanctuary und von dort Berg auf/Berg ab bis an die Klippen zur Kueste. Von dort konnte man dank des schoenen Wetters die schneebedeckten Berge der Suedinsel sehen. Ausserdem hatte man eine schoene Aussicht ueber die Kuestenlinie vor Wellington und es gab einige alte Bunker vom zweiten Weltkrieg zu besichtigen.

5.Juli: Stacheliger Gefaehrte am Wegesrand

Am Dienstag gedachte ich dann mal meine Grenzen auszuloten und habe mich in den "Long Gully Downhill Park" gewagt. Einige Stuerze und adrenalingetraenkte Erinnerungen spaeter weiss ich das ich das wohl nicht noch einmal tun werde :-). Ich habe mich eigentlich nur an die "leichteste" Strecke getraut, welche sich "jawbone" (engl. Kieferknochen) nennt - wahrscheinlich weil man den auch mal leicht dort verlieren kann. Die Strecke war gespickt mit den uebelsten Spruengen, Abhaengen und Steilkurven - zum Glueck meist mit "leichter" Umfahrung - aber immer mit den fiesen distelartigen Straeuchern am Rand... den Rest ueberlasse ich eurer Phantasie. Respekt auch hier vor den Downhillern in Wellington, ich will gar nicht wissen wie die schweren Strecken aussehen.